Als er endlich eine sicherere Postion gefunden hatte, schaute er sich zum ersten Mal richtig um. Die Straße war noch immer berstend voll. Er konnte in einiger Entfernung die Kreuzung sehen, die scheinbar für das ganze Chaos überhaupt verantwortlich war. Nicht minder überfüllt, verbanden sich die beiden großen Straßen dort zu einem einzelnen breiten Strom gen Stadtmitte, der so gut wie gänzlich zum Erliegen gekommen war. Zu allem Überfluss stand dort auch noch ein großer Wagen mitten auf der Straße, der das Vorankommen weiter erschwerte. In der anderen Richtung konnte er ebenfalls kein Ende an Köpfen ausmachen. Der Anfang dieser Flut aus Menschen und sonstigen Wesen musste irgendwo hinter einer Kurve liegen.
Syrill versuchte verzweifel irgendwo seinen Vater oder Bruder auszumachen. Doch es schien aussichtslos. Er rief sogar laut nach den Beiden, doch auch das blieb ohne Erfolg.
Die Gebäude hier waren groß, lang und dicht beieinander gebaut, mit nur wenigen abzweigenden Seitengassen. Schnell erklomm er den Dachfirst um zu sehen, was dahinter lag und stellte überrascht fest, dass das Gebäude noch größer war, als er angenommen hatte. Er sah auf einen gepflegten Garten herab, indem sogar ein Brunnen leise plätscherte und den das Gebäude an allen vier Seiten umgab. Syrill wusste nicht, wem dieses Anwesen gehörte, doch dass es sich um eine wohlhabende Familie handeln musste, war unverkennbar. Er fragte sich, ob er hier etwas finden könnte, was den Menschen auf der Straße helfen könnte, wie er es dem Priester versprochen hatte.. Er tastete sich vorsichtig an den Rand des innen liegenden Daches. Syrill war sich sicher, recht einfach dort auf den Boden gelangen zu können, doch er musste auch seinen Weg zurück planen. Es würde ihm nichts bringen, wenn er dort am Ende fest saß, oder darauf hoffen musste, irgendwie in das Anwesen eindringen zu können. Er umrundete den Garten, um einen besseren Überblick zu erhalten, aber auch das brachte ihn nicht weiter. Auf der gegenüberliegenden Seite stellte Syrill dafür fest, dass nur eine schmale Gasse das Gebäude von einem weiteren Haus trennte. Das linker Hand liegende Dach war zu hoch, um es von hier zu erklimmen. Die Mauer grenzte zwar mehr oder minder direkt an das Anwesen, aber er sah keine Klettermöglichkeit oder sonstige Hilfe von hier, dort hoch zu gelangen.
Er fragte sich, ob die schmale Gasse vor ihm wohl auf eine Straße münden würde, und wie dort das Vorankommen sei. Der Abstand zwischen den Dächern war nicht sonderlich breit, der Junge schätze die Lücke auf vielleicht zwei große Schritt. Allerdings ging es deutlich weiter nach unten und das gegenüberliegende Dach lag leicht erhöht.
Syrill atmete tief ein, nahm einen kurzen Anlauf und wäre beinahe gänzlich abgerutscht, als sich einer der Dachziegel unter ihm löste und einfach weg schlitterte. Seinen Schwung nicht mehr abfangen könnend, sprang er so weit er konnte, doch war er schon zu sehr aus dem Tritt. Syrill schlug hart gegen den Rand des gegenüberliegenden Daches, was ihm einen stechenden Schmerz, in der rechten Brust einbrachte. Mit schierem Glück schaffte er es, sich irgendwie dort festzuklammern, während unter ihm der unglückselige Ziegel in tausend Teile zersprang. Unter Aufbietung aller seiner Kräfte, zog er sich schließlich auf das sichere Dach und blieb dort schwer keuchend liegen. Bei jedem Atemzug durchfuhr ihn ein weiterer Stich. Als er sich etwas erholt hatte und bemerkte, dass der Schmerz nachließ, wenn er nur flach atmete, kämpfte er sich wieder auf die Beine.
Syrill fluchte. 'Diese beschissene Stadt mit ihrem dämlichen Fest.' Erst die Geschehnisse auf ihrem Weg hierher und jetzt das. Nahmen die leidvollen Ereignisse denn gar kein Ende?
Syrill ging langsam und vorsichtig weiter. Dieses Gebäude hier war nicht viel kürzer, jedoch hatte es kein solches Atrium, wie das vorherige und war somit deutlich schmaler. Vom First herunter sah er jedoch, dass dahinter nur ein weiteres Dach wartete und noch immer keine Möglichkeit auszumachen war, wie er hier herunter und auch wieder hinauf kommen könnte. Syrill fragte sich in diesem Moment sowieso, was er hier machte. Wie sollte er dem Priester oder auch den restlichen Menschen in der Menge, dort hinter sich helfen? Er konnte wohl kaum erwarten, hier auf den Dächern ein Seil, oder geschweige denn eine Leiter zu finden. Als er sich den Abstand besah, den er nun überspringen müsste, wurde ihm schlecht. Er betastete seinen schmerzenden Rippenbogen und nahm versuchsweise einen tieferen Atemzug, doch der unmittelbar antwortende Schmerz, lies ihn das sogleich bereuen.
Wenn er sich nicht allzu weit weg bewegen wollte, blieb nur noch das Dach und die Mauer zur linken. Von diesem Dachfirst aus, war der Abstand nicht ganz so hoch und durchaus überbrückbar. Syrill würde zwar ebenfalls springen müssen, aber hier zumindest nur nach oben, was einen tiefen Sturz schon einmal ausschließen würde, sollte er es nicht direkt beim ersten Versuch schaffen. Die Dächer waren glücklicherweise nicht sonderlich steil, was ihn hoffen lies, nicht sogleich wieder das Gleichgewicht zu verlieren.
Er brauchte drei peinvolle Anläufe, bis er es endlich geschafft und sich auf das nächste Dach hoch gezogen hatte. Die Schmerzen waren betäubend und der Junge konnte sich nicht erinnern, schon einmal solch eine Qual erlebt zu haben. Nur der Gedanke, dass auch sein Vater und Melton dort unten waren, lies ihn diese ertragen.
Noch dazu war ihm eine Idee gekommen: Die vielen Lampions, die am Abend die Stadt erhellten. Mit etwas Glück waren die Schnüre stark genug, dass man sich daran hochziehen konnte. Und wenn er sich richtig erinnerte, waren von diesem hohen Gebäude aus, gleich mehrere der Lampionketten über die Straße gespannt.
Von dieser gingen gerade wieder laute Rufe und Schreie aus, die nichts Gutes verhießen. Syrill wollte gerade vorsichtig das Dach überqueren, als ihm auffiel, dass er nicht alleine war.
Zuvor verdeckt von einem Schornstein, lag am anderen Ende des Daches eine Gestalt flach auf den Ziegeln und beobachtete scheinbar aufmerksam die Straße.
Ich weiß, ihr musstet euch dieses Mal etwas länger gedulden. Leider machte unser Internet ein wenig Spirenzchen und ein paar andere Termine nahmen mich noch in Beschlag. Dafür glaube ich, fällt der heutige Teil ein klein wenig länger aus. Ich hoffe ihr verzeiht mir. Bis in einer Woche dann erstmal wieder.
Sonntag, 12. Februar 2012
Sonntag, 29. Januar 2012
3. Kapitel Teil 2 - Nach oben
Wie durch ein Wunder konnte Syrill das Gleichgewicht halten, als sich vor ihm plötzlich diese menschliche Lücke auftat. Der Moment genügte, dass er ein, zwei tiefe Atemzüge nehmen konnte, doch sogleich schloss sich die Öffnung in der Menge auch schon wieder. Der Druck nahm erneut zu und Syrill wurde hilflos mal hierin, mal dorthin gepresst.
Auf einmal spürte er einen nicht nachgebenden Widerstand in seinem Rücken. Er sah sich um, so gut es ihm möglich war und erkannte, dass er bis an eine der Hauswände, die die Straße säumten, gedrängt worden war. Er meinte schon, das Geschiebe würde erneut los gehen, doch dann kam die Menge endlich wieder zum Verharren, wie er mit Erleichterung feststellte.
In diesem Moment dachte Syrill zum ersten Mal wieder an Melton und seinen Vater. Hatte er sich zuvor nur Sorgen um sich selbst gemacht, bekam er nun Angst, wenn er an die beiden oder auch die restliche Truppe dachte, die sich auf den Weg zur Eröffnungsansprache gemacht hatte. Er wusste nicht, wie weit sich diese verdichteten Leiber ausgeweitet hatten, beziehungsweise, ob es noch an anderen Stellen zu ähnlichen, katastrophalen Zuständen gekommen war. Auch fragte er sich, wie lange dies noch gehen könne. Irgendwann müssten doch die Nachrückenden merken, dass es nicht voran ging und umkehren, oder sich zumindest einen anderen Weg suchen.
„Hey Junge. Meinst du, du kommst da hoch?“
Syrill wurde aus seinen Gedanken gerissen. Neben ihm stand ein Mann mittleren Alters in einer hellen Robe, die einen leicht bläulichen Ton hatte und der nach oben zeigte. Die Haare waren sorgfältig geschoren und selbst die Augenbrauen restlos entfernt. Um den Hals trug er ein Medaillon mit dem Zeichen Aequillions. Drei gewellte Linien in einem Dreieck. Syrill war nicht unbedingt bewandert, in den Göttern und deren Zuständigkeiten, doch über Aequillion wusste er Bescheid. Der Gott stand für das ausgleichende Wasser, das immer wieder in die Waagrechte kam. Keine offizielle Rechtsprechung vor einem Richter konnte ohne die Anwesenheit, eines Angehörigen seines Ordens stattfinden und kleinere Streitigkeiten wurden oft direkt ihrem neutralen Schiedsspruch anvertraut und in der Regel akzeptiert. Aequillions männliche, wie weibliche Priester trugen der Gleichheit wegen, alle die selbe Kleidung, das selbe Symbol und die Haare ganz nach der Art, wie es der Mann hier vor Syrill tat.
Der Priester zeigte auf einen hervorstehenden Sims an der Wand über ihnen, der scheinbar das Gebäude umlief - direkt unter einem Fenster. Syrill besah sich das nun, neugierig geworden, etwas genauer, doch stellte er enttäuscht fest, dass auch dieses Fenster im oberen Stock vergittert war. Aber, es sollte möglich sein, von dort aus auf das Dach zu gelangen, was ihn zumindest aus der erdrückenden Menge bringen könnte. Nur lag schon das Sims deutlich außerhalb seiner Reichweite.
Syrill schüttelte den Kopf.
„Komm schon. In deinem Alter bin ich fast überall hoch geklettert. Vielleicht findest du auf der Rückseite irgendwas, womit du dem Rest hier helfen kannst. Eine Leiter oder ein Seil, was weiß ich.“ Syrill hörte die Verzweiflung aus der Stimme des Mannes und sah, dass er unnatürlich schief dastand. Scheinbar hatte er sich bereits im Gedränge verletzt und belastete eines seiner Beine nicht mehr richtig.
„Wenn ich an diesen Absatz da ran käme, könnte es schon gehen.“, räumte Syrill noch zweifelnd ein.
„Das... das ist kein Problem. Ich kann dich da hoch heben.“, antwortete der Mann aufgeregt. „Aber du musst versprechen, irgendwas zu finden, was auch uns andere hier raus bringt.“
„Ich versuche es. Aber...“
„Versprich es! Bei Aequillion!“
Syrill nickte.
„Komm! Kletter auf meine Schultern.“ Der Priester faltete seine Hände, sodass Syrill hinein steigen konnte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht drückte er den Jungen dann nach oben, damit dieser auf seine Schultern steigen konnte. Syrill vernahm ein qualvolles Stöhnen, als er sein eigenes Gewicht auf diesen ausbalancierte. Er wünschte, der Mann hätte die eingespielte Sicherheit Khalids. Aber sein eigenes Geschick genügte, um tatsächlich von dort an das Sims zu gelangen. Seine Aktion blieb nicht unbemerkt, er hörte nun allerlei Rufe, die wohl im galten.
„Da!“
„Was tut er?“
„Bravo Kleiner!“
Syrills Finger suchten Halt an dem schmalen Vorsprung. Geschickt zog er sich dann etwas nach oben und stemmte die Füße gegen die Wand. Er musste sich nur noch etwas nach rechts hangeln, dann war das Gitter des Fensters über ihm.Er besah den Abstand und schätze ihn auf etwa eine Elle.
'Das müsste klappen.' Ohne viel nachzudenken, lies er sich etwas herunter, federte kurz auf und ab, um seine Glieder auf das Bevorstehende vorzubereiten und zog sich dann explosionsartig nach oben, während er mit den Beinen nachdrückte.
Syrill hielt den Atem an, während er seinen schlanken Körper in die Luft katapultierte und so lang wie möglich machte. Das raunende Publikum nahm er in diesem Moment nicht mehr wahr. Er hörte nur das Pochen seines eigenen wild hämmernden Herzens. Es kam ihm vor, als würde sich die Zeit verlangsamen und alle seine Nervenenden angespannt kribbeln.
Dann fassten seine Hände das Metall des Gitters. Geschickt kletterte er weiter. Oberhalb des Fensters ragten die Querbalken des Dachstuhls aus dem Gemäuer. Von hier war es ein leichtes für Syrill, das Dach zu erklimmen, was mit vereinzeltem Beifall quittiert wurde.
Ich bin übrigens um jedes Feedback in den Kommentaren dankbar.
Was gefällt euch? Was findet ihr unpassend oder langweilig?
Ansonsten, bis in einer Woche.
Auf einmal spürte er einen nicht nachgebenden Widerstand in seinem Rücken. Er sah sich um, so gut es ihm möglich war und erkannte, dass er bis an eine der Hauswände, die die Straße säumten, gedrängt worden war. Er meinte schon, das Geschiebe würde erneut los gehen, doch dann kam die Menge endlich wieder zum Verharren, wie er mit Erleichterung feststellte.
In diesem Moment dachte Syrill zum ersten Mal wieder an Melton und seinen Vater. Hatte er sich zuvor nur Sorgen um sich selbst gemacht, bekam er nun Angst, wenn er an die beiden oder auch die restliche Truppe dachte, die sich auf den Weg zur Eröffnungsansprache gemacht hatte. Er wusste nicht, wie weit sich diese verdichteten Leiber ausgeweitet hatten, beziehungsweise, ob es noch an anderen Stellen zu ähnlichen, katastrophalen Zuständen gekommen war. Auch fragte er sich, wie lange dies noch gehen könne. Irgendwann müssten doch die Nachrückenden merken, dass es nicht voran ging und umkehren, oder sich zumindest einen anderen Weg suchen.
„Hey Junge. Meinst du, du kommst da hoch?“
Syrill wurde aus seinen Gedanken gerissen. Neben ihm stand ein Mann mittleren Alters in einer hellen Robe, die einen leicht bläulichen Ton hatte und der nach oben zeigte. Die Haare waren sorgfältig geschoren und selbst die Augenbrauen restlos entfernt. Um den Hals trug er ein Medaillon mit dem Zeichen Aequillions. Drei gewellte Linien in einem Dreieck. Syrill war nicht unbedingt bewandert, in den Göttern und deren Zuständigkeiten, doch über Aequillion wusste er Bescheid. Der Gott stand für das ausgleichende Wasser, das immer wieder in die Waagrechte kam. Keine offizielle Rechtsprechung vor einem Richter konnte ohne die Anwesenheit, eines Angehörigen seines Ordens stattfinden und kleinere Streitigkeiten wurden oft direkt ihrem neutralen Schiedsspruch anvertraut und in der Regel akzeptiert. Aequillions männliche, wie weibliche Priester trugen der Gleichheit wegen, alle die selbe Kleidung, das selbe Symbol und die Haare ganz nach der Art, wie es der Mann hier vor Syrill tat.
Der Priester zeigte auf einen hervorstehenden Sims an der Wand über ihnen, der scheinbar das Gebäude umlief - direkt unter einem Fenster. Syrill besah sich das nun, neugierig geworden, etwas genauer, doch stellte er enttäuscht fest, dass auch dieses Fenster im oberen Stock vergittert war. Aber, es sollte möglich sein, von dort aus auf das Dach zu gelangen, was ihn zumindest aus der erdrückenden Menge bringen könnte. Nur lag schon das Sims deutlich außerhalb seiner Reichweite.
Syrill schüttelte den Kopf.
„Komm schon. In deinem Alter bin ich fast überall hoch geklettert. Vielleicht findest du auf der Rückseite irgendwas, womit du dem Rest hier helfen kannst. Eine Leiter oder ein Seil, was weiß ich.“ Syrill hörte die Verzweiflung aus der Stimme des Mannes und sah, dass er unnatürlich schief dastand. Scheinbar hatte er sich bereits im Gedränge verletzt und belastete eines seiner Beine nicht mehr richtig.
„Wenn ich an diesen Absatz da ran käme, könnte es schon gehen.“, räumte Syrill noch zweifelnd ein.
„Das... das ist kein Problem. Ich kann dich da hoch heben.“, antwortete der Mann aufgeregt. „Aber du musst versprechen, irgendwas zu finden, was auch uns andere hier raus bringt.“
„Ich versuche es. Aber...“
„Versprich es! Bei Aequillion!“
Syrill nickte.
„Komm! Kletter auf meine Schultern.“ Der Priester faltete seine Hände, sodass Syrill hinein steigen konnte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht drückte er den Jungen dann nach oben, damit dieser auf seine Schultern steigen konnte. Syrill vernahm ein qualvolles Stöhnen, als er sein eigenes Gewicht auf diesen ausbalancierte. Er wünschte, der Mann hätte die eingespielte Sicherheit Khalids. Aber sein eigenes Geschick genügte, um tatsächlich von dort an das Sims zu gelangen. Seine Aktion blieb nicht unbemerkt, er hörte nun allerlei Rufe, die wohl im galten.
„Da!“
„Was tut er?“
„Bravo Kleiner!“
Syrills Finger suchten Halt an dem schmalen Vorsprung. Geschickt zog er sich dann etwas nach oben und stemmte die Füße gegen die Wand. Er musste sich nur noch etwas nach rechts hangeln, dann war das Gitter des Fensters über ihm.Er besah den Abstand und schätze ihn auf etwa eine Elle.
'Das müsste klappen.' Ohne viel nachzudenken, lies er sich etwas herunter, federte kurz auf und ab, um seine Glieder auf das Bevorstehende vorzubereiten und zog sich dann explosionsartig nach oben, während er mit den Beinen nachdrückte.
Syrill hielt den Atem an, während er seinen schlanken Körper in die Luft katapultierte und so lang wie möglich machte. Das raunende Publikum nahm er in diesem Moment nicht mehr wahr. Er hörte nur das Pochen seines eigenen wild hämmernden Herzens. Es kam ihm vor, als würde sich die Zeit verlangsamen und alle seine Nervenenden angespannt kribbeln.
Dann fassten seine Hände das Metall des Gitters. Geschickt kletterte er weiter. Oberhalb des Fensters ragten die Querbalken des Dachstuhls aus dem Gemäuer. Von hier war es ein leichtes für Syrill, das Dach zu erklimmen, was mit vereinzeltem Beifall quittiert wurde.
Ich bin übrigens um jedes Feedback in den Kommentaren dankbar.
Was gefällt euch? Was findet ihr unpassend oder langweilig?
Ansonsten, bis in einer Woche.
Sonntag, 22. Januar 2012
3. Kapitel Teil 1 - Auf dem Weg zum Fest
Waren die Straßen an den Tagen zuvor bereits überfüllt, so erfuhr dieser Umstand nun eine weitere Steigerung. Es schien, als wäre die ganze Stadt auf den Beinen und strömte gemeinsam, ins Zentrum von Weißenburg. Eine andere Richtung war auch schlichtweg nicht möglich. Wer einmal in den Sog aus Körpern geriet, konnte nicht anders, als sich mitziehen zu lassen. Die Sonne brannte unnachgiebig, doch hielt das das neugierige Volk nicht ab, sich der Menge anzuschließen. Alle Fahnen der Stadt waren gehisst und zeigten die Banner der verschiedenen Lords und Herrschaftshäuser. Je weiter man ins Innere der Stadt kam, desto mehr entstand der Eindruck, dass wohl jedes Gebäude nun irgendwie geschmückt oder hergerichtet war. Duftende Sommerblumen waren zu kunstvollen Kränzen gebunden und an den Türen befestigt, bunte Wimpel hingen in den Fenstern und die Lampionketten waren kreuz und quer über sämtliche größere Straßen gespannt.
„Was bei den elf Höllen ist hier nur los? Wollen die alle die Eröffnungsansprache mit anhören?“ Melton konnte es nicht glauben. Er befand sich mit seinem Bruder und ihrem Vater inmitten des Gewühls, das irgendwie zum Stocken gekommen war, da sich etwas weiter vorne zwei der Hauptstraßen verbanden. Es war ein Wunder, dass sie sich nicht auch schon längst verloren hatten. Khalid und seine Gefährtin Chalise waren bereits geraume Zeit außer Sicht. Mit solch einem Ansturm hätte der Junge nie gerechnet.
„Ansprache? Firlefanz. Die wollen nur ihre Taschen füllen.“ Melton sah sich um. Neben ihm stand ein dicker Mann und schnaufte schwer, während er sich ebenfalls scheinbar weder vor, noch zurück bewegen konnte. „Damit auch ja genug Publikum der Rede lauschen wird, hat man sich eine weitere unsagbar tolle Sache überlegt.“, antwortete er auf Meltons fragenden Blick. Sein Gesicht verriet, was er im Augenblick tatsächlich davon hielt.
„Es sollen eigens geprägte Münzen von den Dächern, um den Platz vor der Ratshalle geworfen werden. Die Gerüchte überschlugen sich, ob es jetzt Silber, Gold, oder gar Platin sein soll. Tatsächlich weiß ich es aber besser. Die Münzen werden zum größten Teil nur aus Kupfer sein.“
„Zum größten Teil?“, hakte Melton nach.
„Naja, ein paar Goldstücke sind wohl dabei. Aber ich tippe auf gerade mal eine Hand voll.“
„He, ihr seid aber gut unterrichtet.“, mischte sich ein kleiner, unmittelbar vor ihnen befindender Mann mit ein.
„Der Neffe eines Nachbarn hat die Prägestempel gefertigt. Ich bin also tatsächlich recht gut unterrichtet.“
Hastor stöhnte. „Oje, hätten wir das nur früher gewusst.“
Die Luft war auch ohne die enge Menschenmasse bereits stickig. Kein Windhauch war zu spüren, ausser dem heißen Atem der umgebenden Menge. Der Unmut und die Anspannung wurde immer deutlicher und äußerte sich nun auch, in lauten und wütenden Ausrufen.
Syrill befand sich eingezwängt zwischen mehreren übel riechenden Körpern und rang nach Luft. Den Kopf nach oben gereckt, kniff er die Augen schmal zusammen um den blendenden Sonnenstrahlen zu entgehen. Lichter tanzten und Tränen standen ihm in den Augen.
„Gehts denn bald voran?“, rief jemand, nicht weit hinter ihm, was nur mit Unmutsrufen beantwortet wurde. Nicht viel später vernahm der Junge, von irgendwo weiter vorne „Ich schiebe doch gar nicht, du Pissetrinker!“, was kurz danach von lauten Schreien aus der selben Richtung quittiert wurde. Es dauerte nicht lange, dann nahm der Druck von vorne deutlich zu. Die Schreie wurden zahlreicher und lauter, was Syrill Böses ahnen lies, während er mehrere Schritte zurück geschoben wurde. Er glaubte die Stimme seines Vater etwas rufen zu hören, doch kam ihm diese, viel zu weit weg vor.
Plötzlich kamen die Schreie von überall, während ihm die knappe Luft nun vollständig aus den Lungen gepresst wurde. Er fühlte, wie er nach hinten kippte, eingeklemmt in die umgebenden Leiber und dabei weiter zurück gedrängt wurde. Er dachte nur 'So muss sich Ertrinken anfühlen.' während er hilflos mitgerissen wurde und die Sterne vor seinen Augen einen wilden Reigen tanzten. Syrill versuchte sich Platz zu verschaffen. Er drückte und schob mit Armen und Beinen, doch blieb alles ohne Erfolg. Er wäre in das panische Kreischen der Menge mit eingestimmt, wenn er nur den Atem dazu gehabt hätte.
Plötzlich spürte er, wie sich eine Hand in sein Hemd krallte und ihn, zu seinem weiteren Entsetzen nach unten zog, doch rutschte der Griff gleich wieder ab, als der unglückselige Besitzer, von Syrills unmittelbaren Nachbarn nieder getrampelt wurde.
Dem Jungen wurde schlecht, bei der Vorstellung, dass es ihm ähnlich ergehen könnte und war froh, nicht zuvor gesehen zu haben, wer es war. Dafür sah er, wie der Mann vor ihm, plötzlich ebenfalls nach unten wegrutschte, als er scheinbar auf irgendetwas getreten war, was ihn straucheln lies.
So beginnt also das 3. Kapitel. Ich hoffe ihr habt weiter Freude an meiner Geschichte. Bis nächste Woche.
„Was bei den elf Höllen ist hier nur los? Wollen die alle die Eröffnungsansprache mit anhören?“ Melton konnte es nicht glauben. Er befand sich mit seinem Bruder und ihrem Vater inmitten des Gewühls, das irgendwie zum Stocken gekommen war, da sich etwas weiter vorne zwei der Hauptstraßen verbanden. Es war ein Wunder, dass sie sich nicht auch schon längst verloren hatten. Khalid und seine Gefährtin Chalise waren bereits geraume Zeit außer Sicht. Mit solch einem Ansturm hätte der Junge nie gerechnet.
„Ansprache? Firlefanz. Die wollen nur ihre Taschen füllen.“ Melton sah sich um. Neben ihm stand ein dicker Mann und schnaufte schwer, während er sich ebenfalls scheinbar weder vor, noch zurück bewegen konnte. „Damit auch ja genug Publikum der Rede lauschen wird, hat man sich eine weitere unsagbar tolle Sache überlegt.“, antwortete er auf Meltons fragenden Blick. Sein Gesicht verriet, was er im Augenblick tatsächlich davon hielt.
„Es sollen eigens geprägte Münzen von den Dächern, um den Platz vor der Ratshalle geworfen werden. Die Gerüchte überschlugen sich, ob es jetzt Silber, Gold, oder gar Platin sein soll. Tatsächlich weiß ich es aber besser. Die Münzen werden zum größten Teil nur aus Kupfer sein.“
„Zum größten Teil?“, hakte Melton nach.
„Naja, ein paar Goldstücke sind wohl dabei. Aber ich tippe auf gerade mal eine Hand voll.“
„He, ihr seid aber gut unterrichtet.“, mischte sich ein kleiner, unmittelbar vor ihnen befindender Mann mit ein.
„Der Neffe eines Nachbarn hat die Prägestempel gefertigt. Ich bin also tatsächlich recht gut unterrichtet.“
Hastor stöhnte. „Oje, hätten wir das nur früher gewusst.“
Die Luft war auch ohne die enge Menschenmasse bereits stickig. Kein Windhauch war zu spüren, ausser dem heißen Atem der umgebenden Menge. Der Unmut und die Anspannung wurde immer deutlicher und äußerte sich nun auch, in lauten und wütenden Ausrufen.
Syrill befand sich eingezwängt zwischen mehreren übel riechenden Körpern und rang nach Luft. Den Kopf nach oben gereckt, kniff er die Augen schmal zusammen um den blendenden Sonnenstrahlen zu entgehen. Lichter tanzten und Tränen standen ihm in den Augen.
„Gehts denn bald voran?“, rief jemand, nicht weit hinter ihm, was nur mit Unmutsrufen beantwortet wurde. Nicht viel später vernahm der Junge, von irgendwo weiter vorne „Ich schiebe doch gar nicht, du Pissetrinker!“, was kurz danach von lauten Schreien aus der selben Richtung quittiert wurde. Es dauerte nicht lange, dann nahm der Druck von vorne deutlich zu. Die Schreie wurden zahlreicher und lauter, was Syrill Böses ahnen lies, während er mehrere Schritte zurück geschoben wurde. Er glaubte die Stimme seines Vater etwas rufen zu hören, doch kam ihm diese, viel zu weit weg vor.
Plötzlich kamen die Schreie von überall, während ihm die knappe Luft nun vollständig aus den Lungen gepresst wurde. Er fühlte, wie er nach hinten kippte, eingeklemmt in die umgebenden Leiber und dabei weiter zurück gedrängt wurde. Er dachte nur 'So muss sich Ertrinken anfühlen.' während er hilflos mitgerissen wurde und die Sterne vor seinen Augen einen wilden Reigen tanzten. Syrill versuchte sich Platz zu verschaffen. Er drückte und schob mit Armen und Beinen, doch blieb alles ohne Erfolg. Er wäre in das panische Kreischen der Menge mit eingestimmt, wenn er nur den Atem dazu gehabt hätte.
Plötzlich spürte er, wie sich eine Hand in sein Hemd krallte und ihn, zu seinem weiteren Entsetzen nach unten zog, doch rutschte der Griff gleich wieder ab, als der unglückselige Besitzer, von Syrills unmittelbaren Nachbarn nieder getrampelt wurde.
Dem Jungen wurde schlecht, bei der Vorstellung, dass es ihm ähnlich ergehen könnte und war froh, nicht zuvor gesehen zu haben, wer es war. Dafür sah er, wie der Mann vor ihm, plötzlich ebenfalls nach unten wegrutschte, als er scheinbar auf irgendetwas getreten war, was ihn straucheln lies.
So beginnt also das 3. Kapitel. Ich hoffe ihr habt weiter Freude an meiner Geschichte. Bis nächste Woche.
Abonnieren
Posts (Atom)